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Der Copytexter

Naturerlebnis Wald
Wanderausstellung, bestehend aus 22 Tafeln mit Texten und großformatigen Abbildungen, begleitender Broschüre, Website und Quiz;
Zielgruppe: Schüler ab 10 Jahren, Touristen, Einheimische; B to C; Konzept, Texte (Auszug)

Info

Ueckermünder Heide - Naturerlebnis Wald

Ausgedehnte Wälder, saftige Wiesen und Moore, Binnendünen, versteckte Seen und Flüsse, die sich malerisch durch die Landschaft schlängeln - das ist die Ueckermünder Heide.

Aber wissen Sie, wie diese Landschaft entstanden ist? Kennen Sie die Herkunft der Begriffe Hoch- und Niederwild? Oder haben Sie eine Vorstellung davon, was mit dem Holz der Ueckermünder Heide passiert?

Nein? Dann sollten Sie die Wanderausstellung "Ueckermünder Heide - Naturerlebnis Wald" besuchen. Dort werden diese und viele andere Fragen zur Ueckermünder Heide beantwortet.

Dieses Projekt wurde mit Mitteln des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft gefördert. Die Verantwortung für den Inhalt liegt beim Autor.


AUSSTELLUNG

Was gibt es zu sehen?

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht das Thema Wald. Auf insgesamt 22 Tafeln werden u.a. folgende Aspekte betrachtet:

- Wald als Freizeitraum
- Wald als Ökosystem
- Wald als Wirtschaftsfaktor

Außerdem gibt die Ausstellung einen Überblick über Tiere und Pflanzen des Waldes und über die Gefahren, denen der Wald ausgesetzt ist.

Ziel der Ausstellung ist es, Schülern und Erwachsenen, Einheimischen und Gästen unsere Landschaft vorzustellen und sie für die Bedeutung sowie die Vielfalt des Waldes zu sensiblisieren.

Dabei geht es nicht um die wissenschaftliche Betrachtung einzelner Details, sondern um die Darstellung des Gesamtzusammenhangs. In den Texten kommen nur wenig Fachbegriffe vor, so dass die Ausstellung auch für Schüler ab ca. 10 Jahren geeignet ist. Schulklassen und andere Gruppen sind genauso gern gesehen wie Familien und Einzelbesucher.

Der Eintritt ist für alle frei!

Intro

Ueckermünder Heide - was ist das eigentlich genau?

Auf diese Frage gibt es mehrere Antworten. Zum einen ist die Ueckermünder Heide eine einzigartige Landschaft im äußersten Nordosten Deutschlands. Auf alten Karten erkennt man die Fläche noch sehr gut als dichtes, fast vollständig geschlossenes Waldgebiet. Inzwischen sind die Lücken durch Abholzung, Besiedelung und Gewinnung von Ackerland zwar etwas größer geworden, die Ueckermünder Heide gilt aber immer noch als eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete Deutschlands.

Der östliche Rand gehört seit dem zweiten Weltkrieg zu Polen, aber die Natur kümmert sich natürlich(!) nicht um Staatsgrenzen und entwickelt sich hüben wie drüben munter weiter.

Die Ueckermünder Heide ist aber auch eine Wirtschafts- und Tourismus-Region, in der Zehntausende von Menschen leben und arbeiten. Besucher schätzen besonders die Ursprünglichkeit der Natur und die Lage am Stettiner Haff mit Zugang zur Ostsee. Hier hat man gleich beides zusammen: Wald und Meer!

Vor allem aber ist die Ueckermünder Heide Lebensraum für unzählige Tiere und Pflanzen. Auch solche, die andernorts kaum noch zu sehen sind. Deshalb ist es wichtig, die Ueckermünder Heide zu schützen. Andererseits soll sie aber auch verstärkt den Menschen zugänglich gemacht werden, die sich gerne in der Natur aufhalten.

Beides, Naturschutz und Tourismus, in der Ueckermünder Heide sinnvoll miteinander zu verbinden, wird auch in den nächsten Jahren eine wichtige Aufgabe der Verantwortlichen der Region sein.

Freizeitraum Wald

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah. Man muss nicht Johann Wolfgang von Goethe heißen, um zu dieser weisen Erkenntnis zu gelangen. Es genügt, in der Ueckermünder Heide zu leben. Dann liegt das Paradies gleich vor der Haustür.

Ob Frühling, Sommer, Herbst oder Winter: In der Natur ist immer was los. Und bei einem Netz von insgesamt rund 1.000 km Wander-, Rad- und Reitwegen sowie zahlreichen Reiterhöfen, Rad- und Kanuverleihstationen kommt jeder auf seine Kosten, der sich gerne in der Natur bewegt. Und wem die reiche heimische Tier-und Pflanzenwelt dann immer noch nicht genügt, der besucht zum Beispiel den Tierpark in Ueckermünde oder den Botanischen Garten in Christiansberg. Dies alles steht auch den Besuchern der Ueckermünder Heide zur Verfügung. Ob Campingplatz, Hotel, Ferienwohnung, Schullandheim oder Jugendherberge: Die Ueckermünder Heide bietet auch auswärtigen Naturfreunden allerbeste Voraussetzungen für einen angenehmen Aufenthalt nach ihrem Geschmack.

So oder so, Einheimischer oder Besucher: Es gibt viel zu entdecken! Vielleicht schon morgen?

Wirtschaftsfaktor Wald

Bei den Worten Wald und Wirtschaft denkt wohl jeder sofort an - nein, nicht an die „Waldschänke“, sondern an Holz. Auch in den Wäldern der Ueckermünder Heide war und ist die Holzgewinnung ein wichtiges Thema. Man spricht nicht umsonst von Forstwirtschaft.

Denn im Grunde ist es nicht viel anders als in der Landwirtschaft: Man kann nur ernten, was man vorher gesät hat. Allerdings dauert es bei einem Baum rund 100 Jahre, bis er geerntet, also geschlagen und zu Holzprodukten verarbeitet werden kann.

In der Ueckermünder Heide gibt es kaum noch Sägewerke, die das Holz der heimischen Wälder weiter verarbeiten. Das war früher anders. Heute werden die meisten Baumstämme direkt aus dem Wald zum Industriehafen Berndshof bei Ueckermünde transportiert und von dort aus nach Schweden verschifft. In Skandinavien gibt es zwar auch riesige Waldflächen, sogar viel mehr als hier, aber Schwedens Bau- und Möbelindustrie hat einen enormen Bedarf an Holz. Außerdem ist der Schiffsweg über die Ostsee kürzer und schneller als der Transport aus den nördlich gelegenen Wäldern Schwedens.

Wer weiß, vielleicht kehrt die Kiefer, die heute aus der Ueckermünder Heide nach Schweden verschifft wird, bald als IKEA-Stuhl ins heimische Wohnzimmer zurück. Möglich wäre es jedenfalls ...

Der Förster

Der Förster ist quasi Hausmeister und Manager des Waldes und für so ziemlich alles verantwortlich, was im Wald passiert.

Er muss zum Beispiel ständig kontrollieren, ob Pflanzen und Tiere gesund sind, er legt fest, welche Bäume „geschlagen“, also gefällt, werden dürfen und er muss darauf achten, dass gleichzeitig genug neue Bäume nachwachsen. Als Chef der Waldarbeiter bestimmt er, wo welche Arbeiten auszuführen sind, er organisiert den Abtransport der Baumstämme und er kümmert sich auch um Tiere, die auf der Straße von Autos angefahren wurden.

Einen großen Teil seiner Arbeitszeit verbringt der Förster aber im Büro. Denn auch ein Wald muss verwaldet - pardon: verwaltet werden. Es müssen dauernd irgendwelche Absprachen getroffen, Termine vereinbart, Berichte geschrieben und Pläne gemacht werden. Zum Beispiel die so genannten „Hauungspläne“, mit denen festgelegt wird, wann welche Bäume gefällt werden.

Ein Förster ist also von vielem ein bisschen: Botaniker, Zoologe, Jäger, Verwalter - und manchmal auch Fremdenführer. Dann führt er zum Beispiel Schulklassen und andere Besuchergruppen durch seinen Wald, zeigt das Leben darin und erklärt, wie man sich richtig verhält.

Die Tätigkeit eines Försters ist also sehr vielseitig. Und verantwortungsvoll. Denn mit seiner Arbeit sorgt er dafür, dass sich auch nachfolgende Generationen noch genauso am Wald erfreuen können wie wir. Danke!

Jäger

Hauptaufgabe des Jägers ist die Erhaltung eines artenreichen und gesunden Wildbestandes. Das heißt, der Jäger jagt nicht nur, sondern hat auch für die Pflege und Sicherung der Lebensgrundlagen des Wildes zu sorgen. Außerdem kümmert er sich um organisatorische Aufgaben des Jagdmanagements. Die wichtigste Voraussetzung für jeden Jäger ist Verantwortungsbewusstsein! Es steht immer das Interesse an der Natur im Vordergrund, nicht die Jagd nach Trophäen.

Baumarten

Rotbuchen und Waldkiefern gehören zu den Baumarten, die in Europa am häufigsten vorkommen. Das gilt auch für die Ueckermünder Heide. Buchen können bis zu 45 Meter hoch wachsen, das ist ungefähr so viel wie ein 15-stöckiges Hochhaus. Sie erreichen einen Durchmesser von bis zu 1,50 Meter und können rund 300 Jahre alt werden. Sie wachsen am besten dort, wo es viel regnet, also besonders in Mittel- und Osteuropa.

Ansonsten sind Buchen aber relativ anspruchslos und kommen auch mit wenig Licht aus. Würde man der Natur ihren freien Lauf lassen, wäre Deutschland in ein paar hundert Jahren fast vollständig mit Buchen- oder Buchenmischwäldern bedeckt. So sind es aber „nur“ ungefähr 30 Prozent. Früher wurde Buchenholz gerne als Brennholz genutzt, heute werden vor allem Möbel daraus gemacht.

Kiefern werden nicht ganz so groß wie Buchen (40 m hoch und 1,20 m im Durchmesser), dafür aber etwa 350 Jahre alt. Sie sind sogar noch anspruchsloser als Buchen und können sowohl in feuchten Moorgebieten, als auch auf trockenen Böden wachsen. Auch Kiefernholz wird manchmal für Möbel genutzt. Weil es recht stabil und widerstandsfähig ist, findet es aber vor allem beim Hausbau Verwendung.

Und woran erkennt man das Alter eines Baumes? Förster können das bei den Bäumen ihres Reviers oft ganz genau sagen. Bei den Bäumen, die gefällt wurden, ist das Alter für jeden sehr leicht an den Jahresringen zu erkennen. Weil im Winter eine Unterbrechung des Wachstums der Bäume stattfindet, erscheint jedes Jahr als deutlicher Ring im Holz. Diese Ringe muss man nur zählen und schon kennt man das genaue Alter des Baumes.

Reich der Tiere

Mit dem Sammelbegriff „Wild“ sind eigentlich alle größeren Tiere gemeint, die ohne menschliche Betreuung im Wald leben.

Man unterscheidet dabei Hochwild und Niederwild. Diese Begriffe stammen noch aus uralten Zeiten, als es nur „hohen Herrschaften“ wie Adligen erlaubt war, bestimmte Tiere zu jagen (Hochwild). Die „niedere Bevölkerung“ musste sich mit den anderen Tierarten begnügen (Niederwild).

Zum Hochwild gehören vor allem Hirsche (Rot-/Damwild) und Wildschweine (Schwarzwild). Hirsche können eine Schulterhöhe von 1,20 m erreichen, mit ihrem Geweih wirken die männlichen Exemplare aber noch sehr viel größer und imposanter. Wildschweine werden immerhin bis zu 0,80 m hoch und ca. 100 kg schwer.

Zum Niederwild gehören unter anderem Rehe (Rehwild), Mufflons (Muffelwild), Füchse, Feldhasen, Dachse und Eichhörnchen. Rehe sind also nicht etwa weibliche Hirsche, sondern eine eigene Tierart. Sie gehören zwar zur Familie der Hirsche, sind aber sehr viel kleiner (Schulterhöhe bis ca. 0,65 m). Und ein Geweih haben sie auch nicht, sondern ein Gehörn.

Alle diese Tiere haben ein Fell und werden deshalb unter der Bezeichnung „Haarwild“ zusammengefasst. Es gibt aber auch noch eine andere Gruppe, das so genannte „Federwild“. Dazu gehören zum Beispiel Adler, Habichte, Mäusebussarde und Falken, aber auch Rebhühner und Waldschnepfen.

In den Wäldern der Ueckermünder Heide gibt es neben Rot-, Dam- und Rehwild auch viel Schwarz- und sogar Muffelwild.

Wer in freier Natur noch nicht das Glück hatte, Hirsche und Mufflons beobachten zu können, dem sei ein Besuch im Tierpark Ueckermünde ans Herz gelegt. Dort gibt es auch einige dieser einheimischen Tiere zu sehen.

Wald und Wasser

Ohne Wasser geht auch in der Natur gar nichts.

Auch der Wald braucht Wasser. Er verbraucht es aber nicht, sondern speist es über Flüsse und Bäche wieder in den Kreislauf ein. Gereinigt und gefiltert, versteht sich!

Insofern könnte man die Flüsschen Uecker und Randow, die dem Landkreis ihren Namen gaben, als Lebensadern der Ueckermünder Heide bezeichnen. Seen dagegen gibt es hier nur noch wenige.

Früher hatte die Ueckermünder Heide sehr viel mehr Wasser. Teilweise hat die Natur für die so genannte Verlandung gesorgt, teilweise der Mensch. Die Ahlbecker Fenn zum Beispiel war bis vor ungefähr zweihundert Jahren ein großer See, wurde aber trockengelegt, um zusätzliche Flächen für die landwirtschaftliche Nutzung zu gewinnen.

Daraus wurde allerdings nie etwas, da das Wasser nicht vollständig ablief und zudem Grundwasser nachsickerte. Auf diese Weise entstand ein großes, einzigartiges Feuchtgebiet, das die Natur sehr bald zurückerobert hat. Der See war allerdings für immer verschwunden.

Uecker und Randow sind übrigens auch hervorragend geeignet, um die Ueckermünder Heide mit dem Kanu aus anderer Perspektive zu entdecken.